Logopädische Therapie ► Stimme

Funktionelle Stimmstörungen


"Niemals in Angst, nur in Vertrauen, kann die Stimme gedeihen."


                                                                                               Franziska Matienssen - Lohmann (Gesangspädagogin)


Funktionelle Stimmstörungen

Eine funktionelle Stimmstörung (Dysphonie) ist gekennzeichnet durch Veränderungen des Stimmklanges und Einschränkungen der Stimmleistungsfähigkeit, ohne dass erkennbare organische Veränderungen vorliegen. Das Schwingungs- und Schließverhalten der Stimmlippen (umgangssprachlich: Stimmbänder) ist gestört. Die Heiserkeit ist das hörbare Merkmal einer Stimmstörung. Sie kann entweder hyper- (mit erhöhter Spannung) und/oder hypofunktionelle (unterspannte) Komponenten aufweisen. Bei einer Hyperfunktion klingt die Stimme heiser, rau, gepresst und angestrengt. Die Stimmlage ist meist erhöht, der Stimmumfang eingeschränkt. Es können Schmerzen und/oder Missempfindungen wie Kloßgefühl, Trockenheit und Räusperzwang auftreten. Als Begleiterscheinungen kommt es zu Fehlhaltungen, gestörter Atmung, erhöhtem Sprechtempo und undeutlicher Artikulation. 
Eine Hypofunktion dagegen zeichnet sich durch behauchten, kraftlosen Stimmklang aus mit eher flacher Atmung und herabgesetzter Muskelspannung. Hyperfunktionelle Komponenten können auf Dauer zu organischen Veränderungen (Stimmknötchen) oder zu Stimmermüdung führen. 
Wenn Menschen mit hypofunktioneller Stimmgebung in z.B. Sprecherberufen hoher Stimmbelastung ausgesetzt sind, können Sie in Folge zur Überwindung der Kraftlosigkeit, mit zu viel Spannung und Stimmanstrengung sprechen und somit eine Hyperfunktion entwickeln. Meist liegen jedoch gemischte Symptomatiken vor. Auch organische Stimmstörungen (z.B. Stimmlippenlähmungen, Entzündungen) können im Verlauf funktionelle Stimmstörungen mit sich bringen. Wenn hauptsächlich das Singen beeinträchtigt ist, wird dies als  Dysodie bezeichnet.

 

Diagnostik

Nach der Anamneseerhebung untersuchen wir:

  • Stimmklang 
  • Körperhaltung / Körperspannung
  • Stimmumfang / Stimmeinsatz / Stimmansatz
  • Atmung / Sprechatmung
  • Resonanz
  • Mundöffnung / Kieferspannung
  • Spannung im Schulter-, Hals-, Nackenbereich

 

Therapie

Wir arbeiten nach unterschiedlichen Methoden unter Einbezug von Beratung, Körper- und Atemtherapieverfahren an:

  • Wahrnehmung
  • Körperhaltung / Körperspannung
  • Atmung / Sprechatmung
  • Artikulation
  • Sprechabsicht
  • Stimmgebung

mit dem Ziel, eine möglichst klangvolle, verspannungsfreie und leistungsfähige Stimme zu erreichen. Die Kommunikationsfähigkeit in Beruf und Alltag soll in Übereinstimmung mit der Person, Zufriedenheit und dem Wohlgefühl des Patienten (wieder) hergestellt werden.

 

Methode

  • FST (Funktionales Stimmtraining)
  • AAP® (Atemrhythmisch angepasste Phonation)
  • Eutonisierende Techniken verschiedener Methoden (u. a. nach Alexander, Fröschels, Schlaffhorst-Andersen, Feldenkrais, aus der manuellen Stimmtherapie)

Empfehlenswerte Seiten:

  • dbl - Deutscher Bundesverband für Logopädie  ►  www.dbl-ev.de
  •  Deutsche Vereinigung für Atemrhythmisch Angepasste Phonation e.V.   ►  www.dvaap.de

Empfehlenswerte Literatur:

  • Uwe Schürmann,  Mit Sprechen bewegen, Reinhardt Verlag  ►  www.reinhardt-verlag.de
  • Anja Sportelli, Meine Stimme entdecken, Reinhardt Verlag
  • Schulz- Kirchner Verlag,  Ratgeber Stimme  ►  www.schulz-kirchner.de